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Modette / Mod Fashion

Modette / Mod Fashion

Ende der 50er Jahre entstand in Großbritannien eine von der Arbeiterklasse ausgehende Jugendkultur, welche nicht mehr die eigene Herkunft als persönlichkeitsbildendes Merkmal in den Vordergrund stellen wollte. Vielmehr sollte durch das Auftreten an sich, durch Kleidung und anspruchsvollen Stil Erfolg und Jugend ausgestrahlt werden. Denn es war die erste Generation, welche frei über ihr eigenes Einkommen verfügen konnte. Sie wollten cool, aber ordentlich, hip und smart sein. Modernisten bevorzugten den italienischen maßgeschneiderten Look,  lasen italienische Modezeitschriften und sahen sich französische Filme an. Schlanke schwarze Revers, markante spitze Kragenhemden, französisch inspirierte Frisuren und spitze Schuhe waren stilbildend. Die ersten modernist-girls (Modettes) aus den frühen  60er Jahren trugen knielange gerade Röcke und Männershirts, kombiniert mit dreiviertel Lederjacken und Lackschuhen und dazu kurze Haare – ein radikaler Kontrast zu den traditionelle weiblichen Looks der 50er Jahre. Ein eigener Make-up Style kam hinzu: Die Augen standen jetzt im Vordergrund, betont durch einen dicken Lidstrich und wenig oder gar kein Lippenstift. Von diesem Underground-Style ausgehend entwickelte sich der Mod-Style zu einer über die Landesgrenzen hinausgehenden Subkultur und sein Fokus veränderte sich: Die proletarischen Aspekte der Szene traten zurück und es ging immer mehr nur um Mode und Pop-Kultur. Der Minirock wird erfunden und Twiggy zur Stilikone der Mod-girls, als welches sie sich auch bezeichnete. Sie beginnt den highfashion Mod-Look zu kreieren und arbeitet eng mit Mary Quant zusammen. Mary Quant designt für diese Jugendbewegung, denn sie erkennt ihren Einfluss und zieht selbst ihre Inspiration aus ihr. Minirock oder Kleider in A-Linie werden mit kniehohen braunen Leder- oder weißen Lacklederstiefel kombiniert. Geometrische Muster, sowie  Pastellfarben in rosa und gelb, die Farben Weiß oder Rot bestimmen den Look.  Etuikleider, manchmal mit einer Knopfleiste auf der Vorderseite oder mit übertriebenen Kragen schmücken die Titelblätter der Modezeitschriften. Jean Shrimpton, Supermodel der Mod-Ära, erscheint als eines der ersten Models der Welt auf Titelseiten der Vogue, Harper’s Bazaar, Vanity Fair, Glamour und Elle. Highfashion Model Peggy Moffitt setzt mit ihrem asymmetrischen Kurzhaarschnitt und dramatischen Augenmakeup neue Trends. Es eröffnen erste Boutiquen für Jugend-Bekleidung (einem bisher unerschlossen Markt) in der Carnaby Street, Pop-Art wird populär und im swinging London beginnen britische Rock Bands den Mod-Style anzunehmen. Diese spezielle Ära wird vor allem in Michelangelo Antonionis Film „Blow up“ (1966) vermittelt. Ansehen!             Text: Patti Coat

 

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